Éric Vuillard – 14. Juli

Eine Buchrezension von Barbara Ter-Nedden

Buch Juli Es fällt schwer Éric Vuillards Stil zu beschreiben. Sind es Romane oder Sachbücher? Es sind jedenfalls poetische Gebilde, die sich einer Einordnung entziehen. Am besten fahren wir vielleicht damit, sie als poetische Essais zu bezeichnen. Jedenfalls erzählt er in seinen Büchern große Momente der Geschichte.

2017 ging der renommierte Prix Goncourt an den 1968 in Lyon geborenen Schriftsteller und Regisseur für das Buch „L`Ordre du jour“, eine poetische Außereinandersetzung zum Thema Machtergreifung und zum Achluss Österreichs an Nazideutschland.

In diesem Frühjahr hat Vuillard sich mit der Französichen Geschichte, genauer mit der Vorgeschichte zur Franzöischen Revolution befasst. Auf nur 136 Seiten beschreibt der Autor den überbordenden, unmenschlichen Luxus von Versailles, die wachsende Unzufriedenheit der Menschen. Vuillard hat die Chroniken gelesen und daraus die Einzelschicksale der kleinen Leute extrahiert. Diese mit Namen genannten Schankwirte, Hilfarbeiter, Weinbauern versammeln sich eines Nachts und stürmen Waffenarsenale, plüdern Theaterrequistien und bauen aus falschen Speeren echte Schlagstöcke. Er erhebt diese Menschen aus dem Dunkel der Geschichte und nennt sie mit Namen.

„14 Juli“ ist die Geburtstunde der Französischen Revolution gezeigt aus der Sicht der Volksmenge.

(Barbara Ter-Nedden)