Paolo Cognetti – Acht Berge

Eine Buchrezension von Barbara Ter-Nedden

Buch Acht Berge Das Gebirge kenne ich als Ort, wo ich mit groß er Leidenschaft die Berge auf Brettern bergab gefahren bin. Von dem, was uns der junge italienische Autor Paolo Cognetti erzählt, ist mir nur ein Funke aus meiner frühen Kinderheit in Erinnerung, als meine Eltern mich mit auf die Almen im Kaisergebirge mitnahmen und ich dort wunderbare schneebedeckte Gipfel und die klaren Bergseen zu Gesicht bekam. Insofern kann ich die Beschreibungen dieser lieblich-rauen Bergwelt ein wenig nachempfinden.

Es geht um Menschen im Aostatal in Norditalien. Erzählt wir von Petro als Ich-Erzähler, der uns seine Freundschaft mit Bruno, dem Bergburschen schildert und seinen Eltern, die sich durch ein Unglück von den Bergen enfernt und in die Stadt geflüchtet haben. Die Liebe zu der Heimat bleibt jedoch und ihrem Sohn bereiten sie eine schöne Kindheit, in der er jedes Jahr die Ferien in einer Hütte am Fuß e des Monte-Rosa Massives verbringt, mit seinem Vater Bergwanderung und Kletscherbesteigungen unternimmt. Dort lernt er seinen Lebensfreund Bruno kennen. Er ist neben dem Vater des Erzähler die wichtigste Person in diesem Roman. Die beiden verstehen sich seit Kindheitstagen ohne viel Worte. Eine Freundschaft, die über viele Jahre und Unterbrechungen felsenfest bleibt.

Besonders hat mich die Beschreibung der Landschaft und der Bergwelt berührt. Auch die beiden Jungen: Stadtkind und Junge aus den Bergen, die wir bis ins Erwachsenenleben "begleiten". Die Eltern und deren Liebe zur Bergwelt runden das ganze ab. Allerdings gibt es am Ende des Romans die Bergwelt der Kinder nicht mehr, Straß en haben die Täler durchzogen und Skilifte die Berghänge erobert. In seiner Einfachheit erzählt, gehört der Roman zu den Büchern, die ich noch einmal lesen möchte, weil die Geschichte mich auf so vielfältige Weise angesprochen hat.

(Barbara Ter-Nedden)