Cornelia Funke, Guillermo del Toro – Das Labyrinth des Fauns

Eine Buchrezension von Barbara Ter-Nedden

Buch Labyrinth Als Cornelia Funke und der berühmte Oscar-prämierte Filmemacher Guillermo del Toro sich kennengelernten und sich gut verstanden, wußten sie sofort, dass sie gut zusammenarbeiten können. Daraus entstand ein phantastiereiches Buch, in der bildreichen Sprache von Cornelia Funke geschrieben. Ein Buch, das die Geschichte des Films „Pans Labyrinth“ erzählt:

Die Handlung spielt zur Franco-Zeit in der nordspanischen Provinz. Der Bürgerkrieg ist vorbei, doch Rebellen in den Bergen leisten erbitterten Widerstand gegen das faschistische Regime. In dieser finsteren ära des Landes reist die 13-jährige Halbwaise Ofelia mit ihrer hochschwangeren Mutter zu ihrem neuen Stiefvater Capitán Vidal, der mit seiner Truppe unterwegs ist, um die Rebellen auszulöschen. Das verträumte Mädchen, das sich gern in Märchenbücher und Sagen vertieft, nennt diesen Mann für sich „den Wolf“; für niederträchtig, hinterhältig, unbarmherzig hält sieht sie ihn. Damit schätzt sie Vidal treffend ein. Funke schildert ihn als bösen, sadistischen und eitlen Mann, der –selbst ein kleiner Diktator– versucht, seine Komplexe mit übermäßiger Härte zu kompensieren. Ofelias Mutter, Carmen Cardoso, hingegen ist schwach, möchte, dass ein starker Mann sie beschützt. Insofern glaubt sie – wie ihre Tochter – an Märchen.

Funkes Roman teilt sich auf in viele kleine Kapitel, die in der so genannten Gegenwart spielen, aber fantastische Elemente beinhalten. Legenden oder Märchen streut sie wie tatsächliche Begebenheiten in Rückblenden ein. In den Erzählsträngen gibt es dadurch immer wieder überlappungen. So lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen, ob sich Ofelia diese magische Welt nur einbildet oder ob sie tatsächlich existiert. Bücher sind für Ofelia das einzige Stück Zuhause, dass sie mitnehmen kann aus ihrem alten Leben. Sie sind Flügel aus Papier, die ihr helfen, davonzufliegen.

Ein wunderbares Buch für Liebhaber von fantastischen Geschichten und für Fans von Cornelia Funke. Ich bin beides nicht, aber mir hat der Roman dennoch gut gefallen. Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren sollten ihn lesen.

(Barbara Ter-Nedden)