C. Freeman – Männer mit Erfahrung

Eine Buchrezension von Barbara Ter-Nedden

Buch Männer Raffiniert konstruiert, blendend erzähl und ungeheuer witzig... Worum geht es in dem Roman von Castle Freeman: Die junge Lilian – in die Provinz verschlagen – wird von einem üblen Kriminellen belästigt und bedroht, wendet sich um Hilfe an den Sheriff. Der hilft ihr nicht, sondern schickt sie in eine alte heruntergekommene Stuhlfabrik, wo eine Runde älterer Männer tagein, tagaus mit einander plaudert.

Der Hauptredner findet Gefallen an diesem courangierten Mädchen, das sich nicht von dem Mann vertreiben lassen, der die ganze Gegend terrorisiert. Es wird ihr ein junger Goliath und ein hinkender Schlaukopf an die Seite gestellt. Dies ist der Auftakt einer Geschichte auf zwei Ebenen, hauptsächlich in Dialogen. Die Männerrunde (allesamt Männer mit Erfahrung) erzählt im witzigen Plauderton die Hintergründe des Lebens der Beteiligten und der trostlosen Stadt. Während die anderen drei sich auf die Suche machen, um den Bedroher zur Strecke zu bringen.

Die Geschichte von „Männer mit Erfahrung“, so schnörkellos sie beginnt, nimmt immer mehr Fahrt auf. Die Suche der Drei wird immer wieder unterbrochen vom Gespräch der Männer. Un der Leser wird bis zum Schluß im Ungewissen gelassen, ob die drei in den Tiefen der Wälder von Vermont, dem starken Unhold gewachssen sind. Der Autor Castle Freeman glänzt mit präzisen Beschreibungen, mit einem lakonischen Ton und einem überaus intelligenten Aufbau und macht dieses Schmale Bändchen zu eine Hochgenuß an Spannung und Witz – ein echter Geheimtipp.

(Barbara Ter-Nedden)