Ari Shavit – Mein gelobtes Land

Eine Buchrezension von Torben Carstensen

Buch Land Kaum ein Konflikt ist politisch so brisant und komplex wie der im Nahen Osten. Umso bedeutender ist es zu verstehen, wie dieser Konflikt entstanden ist. Ari Shavit nimmt den Leser in seinem neuen Buch „Mein gelobtes Land“ mit auf eine sehr persönliche Spurensuche zu den Wurzeln des Zionismus und der Gründung Israels.

Ari Shavit (58) ist Journalist bei der angesehenen israelischen Tageszeitung Haaretz und ordnet sich politisch dem links-liberalen Spektrum zu. Gleich zu Beginn des Buches erklärt er aber, dass vielen seiner Kollegen sein Buch nicht gefallen werde. Aber auch das konservativ-nationale Lager wird nicht bedient. Shavit möchte verstehen ohne zu werten. Er möchte verstehen warum die ersten zionistischen Pioniere, die in das heilige Land kamen, seine arabischen Bewohner und die damit verbundenen Probleme einer Besiedlung nicht sehen wollten. Warum es gelang in kürzester Zeit einen homogenen Staat zu erschaffen, der aus Einwanderern verschiedenster Länder bestand und warum diese Gründung nur mithilfe von Gewalt möglich war. So oft wie möglich greift Shavit auf familiäre und persönliche Erfahrungen zurück. Ergänzend spricht er mit zahlreichenden Zeitzeugen und erzählt die Geschichte des Landes exemplarisch anhand ihrer Lebensläufe. Entstanden ist ein beeindruckendes Buch über ein zerrissenes Land in dem Triumph und Tragödie so nahe beieinander liegen.

Wer die Geschichte Israels verstehen will, muss dieses Buch lesen!

(Torben Carstensen)