Zülfü Livaneli – Schwarze Liebe, Schwarzes Meer

Eine Buchrezension von Barbara Ter-Nedden

Buch Meer Der Roman Serenade für Nadja über den Tod von 672 jüdischen Flüchtlingen, die von den Türken 1942 nicht ins Land und von den Briten nicht nach Palästina gelassen wurden, war in Deutschland ein großer Erfolg. Der türkische Autor wurde in den 70er Jahren wegen seiner politischen Anschauungen gezwungen die Türkei zu verlassen. Erst 1984 kehrte er zurück und ist seitdem einer der erfolgreichsten Künstler der Türkei. Mit seinen Liedern, Kinofilmen und Romanen wurde er international bekannt.

Sein neuer Roman, der von der Presse bisher noch nicht wahrgenommen worden ist, handelt von einem zurückgezogen lebenden 50-jährigen Sonderling Ahmet. Die kleine Küstenstadt am Schwarzmeer wird aufgeschreckt durch einen prominenten Mordfall, in den auch Ahmet verwickelt ist. Die Istanbuler Journalistin Pelin versucht ihm Informationen zu entlocken und lernt ihn auf diese Weise näher kennen. Er dagegen setzt auf ihre Neugierde und erzählt fesselnde Geschichten wie einst Scheherazade. Auf diese Weise verlängert sie Tag für Tag ihren Aufenthalt in der Stadt. Die Auflösung des Falls und die Entwicklung der Hauptperson nimmt überraschende Wendungen an. Ein lohnenswerter Roman, nicht hochliterarisch, aber unterhaltsam zu lesen.

(Barbara Ter-Nedden)