Javier Marias – So fängt das Schlimme an

Eine Buchrezension von Barbara Ter-Nedden

Buch Marias Wunderbare lange Sätze reiht der spanische Autor Javier Marias in seinem neuen Roman "So fängt das Schlimme an" einen an den anderen. In einer Rezension habe ich gelesen, daß der Geduldige mit Weltliteratur belohnt wird. Das ist ganz richtig, man wird mit einem flüssig, flockig geschriebenen Roman belohnt. Der Leser darf sich auf lange Reflexionen des 23-jährigen Juan de Vere freuen, der 1980 in Spanien als Privatsekretär im Haus des Filmregisseurs Eduardo Muriel arbeitet. Der trägt eine Augenklappe, die de Vere so sehr fasziniert, dass er sie am liebsten berühren würde. Das Leben in diesem Künstlerhaushalt verläuft spannend für den jungen Mann, der uns großartige Charakterstudien von der Frau seines Arbeitgebers darlegt und sich tiefgehende Gedanken über die Psyche der Menschen macht. Schon von Anfang an erlebt der junge Erzähler die Ehe der traurigen Helden, Eduardo Muriel und Beatriz Noguera, als zerrüttet und unglücklich. Die Handlung wird durch die offenen Fragen des jungen Mannes vorangetrieben, der wie der Leser gespannt auf entscheidende Informationen aus ist. Aber wie bei vielen ist auch hier der Weg das Ziel. Wir folgen dem erzählsüchtigem Autor und verschlingen möglichst mit einem Rutsch den dicken Schinken von Buch mit den schönen philosophischen Überlegungen, die in uns nachklingen. Ich kann Ihnen nur raten: lesen Sie, lesen Sie immer weiter!

(Barbara Ter-Nedden)