Tijan Sila – Tierchen Unlimited

Eine Buchrezension von Barbara Ter-Nedden

Buch Tierchen Tijan Sila ist ein junger Autor, der 1981 in Sarajevo geboren und 13 Jahre später mit seiner Familie nach Deutschland auswanderte. In Heidelberg hat er Germanisik und Anglistik studiert und lebt heute in Kaiserslautern als Lehrer an einer berufsbildenden Schule. Nun ist sein Roman „Tierchen Unlimited“ bei Kiepenheuer & Witsch erschienen. Der Autor schildert darin die Kriegserfahrungen eines Jungen, der in einer eingekesselten Stadt in den 1990ern lebt und mit dem Wechsel von Granateinschlägen und Waffenstillstand auskommen muß . Kalt ist es im Winter in den Wohnungen, denn die Fenster sind zerstört und Brennholz ist kaum zu bekommen. Dennoch stellt sich auch hier so etwas wie Alltäglichkeit her, treffen mit Freunden, Schulbesuch, Hobbys.

Anders wird es, als der Ich-Erzähler mit seinen Eltern nach Deutschland flieht. Eine andere Kultur, eine fremde Sprache und dann die beginnende Pubertät. Das Kriegstrauma ist allgegenwärtig. Auch an seinem neuen Wohnort sind die Tage nicht ereignislos, was an seiner erwachenden Liebe und einigen Bekannten mit rechtsextremer Einstellung liegt.

Besonders gut ist dem Autor der Einstieg gelungen, in dem eine rasante Flucht auf dem Fahrrad geschildert wird. Auch das ständige wechseln der Zeitebenen gibt dem Text etwas aufgewecktes, jugendliches wie auch der Wechsel zwischen Ernst und Slapstick, zwischen Hoch- und Gossensprache. Wenn Sie Lust haben auf ein rasantes, witziges Buch im Stil von Tschick, dann greifen Sie zu „Tierchen Unlimited“.

(Barbara Ter-Nedden)