Veranstaltungen der Parkbuchhandlung

Das deutsche Krokodil

Zum Jubiläum:

Am 8. Mai, 19.30 Uhr begrüßen wir einen der bekanntesten deutschen Literaturkritiker, Ijoma Alexander Mangold, der sich in seinem sehr persönlichen Buch „Das deutsche Krokodil“ an seine Kindheits- und Jugendjahre erinnert. Der Autor ist Leiter des Literaturrressorts der „Zeit“ und wurde 1971 als Kind einer deutsch-nigeriansichen Verbindung geborten. Die Wurzeln seiner Mutter, die als Psychotherapeutin gearbeitet hat, liegen in Schlesien. Sie wurde nach Brandenburg vertrieben und siedelte siedelte schließlich in den Westen. Sein Vater studierte in Deutschland Medizin, wo er Mangolds Mutter kennenlernte. Nach seiner Geburt kehrte er nach Nigeria zurück.

Mit „Das deutsche Krokodil“ hat Mangold seine Autobiographie geschrieben, die er weitgehend chronologisch, von der Kindheit allein mit der Mutter und den Zeiten bei der Großmutter über Jugend- und Schulzeit in Heidelberg bis zum Beginn des Studiums in München. Ausgrenzung wegen seiner Hautfarbe habe er in Heidelberg nicht erfahren. Wenn es Diskriminierung gegeben habe, dann „Selbstdiskriminierung“ – die Sorge nämlich, es könnte etwas passieren, „und diese Sorge bin ich nie losgeworden“. Als Ijoma Mangold Anfang zwanzig ist, taucht sein Vater plötzlich auf – und mit ihm dessen Wunsch, der in Deutschland aufgewachsene Sohn möge in Nigeria leben, heiraten, das Krankenhaus des Vaters leiten. In der wuchtigen Begegnung mit seiner nigerianischen Familie erfährt Mangold viel, was ihm fremd ist. “Beheimatung heißt für mich schon, dass man dem anderen das Herz öffnet und über die eigenen Sorgen, Werdegang, Wünsche redet. Nur so entsteht Nähe.“ Dies habe ihm in Nigeria gefehlt. Heute habe er liebevollen Kontakt mit seinen Geschwistern. Eine „wahlverwandtschaftliche“ Nähe zu Nigeria habe sich aber nicht ergeben.

Der Soziologe Hans-Georg Soeffner wird die Lesung moderieren.

Veranstaltungsort: La Redoute

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