Truus Matti – Apfelsinen für Mister Orange

Eine Buchrezension von Barbara Ter-Nedden

Buch Apfelsinen New York im März 1945 übernimmt der kleine Linus die Aufgaben seines Bruder, da dieser nach Europa in den Krieg zieht. Er fährt regelmäßig nach der Schule mit seinem Gemüsekarren durch die Straßen von Manhattan, um Obst und Gemüse an die Kunden zu liefern. Er lernt bei seinen Botengängen einen merkwürdigen älteren Herren kennen, der in einer riesigen Wohnung malt. Jede Woche sitzt Linus nun auf den selbstgefertigen Stühlen des Malers und unterhält sich mit ihm über das Leben, den Krieg und die Farben. In Linus Inneren toben die Gefühle, denn er macht sich Sorgen um seinen Bruder, der in Europa kämpft, mit seinem besten Freund verkracht er sich und die Arbeit ist beschwerlich, da die Schuhe, die er gerade gebraucht übernommen hat, erst eingelaufen werden müssen. Mister Orange wird zu einer Anlaufstelle, wo Linus seine Sorgen und Ängste loswerden kann.

Am Ende dieses großartigen Kinderbuchs für interessierte Leser mit 11 Jahren fühlt man sich ganz beflügelt, denn Bilder und Stimmungen schwirren durchs Gemüt, zu denen man am liesten Boogie Woogie tanzen wollte, wie der Maler, den Linus besucht. Am Ende können wir nachlesen wer der Maler und welches Gemälde wir da im Entstehen erleben. Es ist Piet Mondrians letztes Werk „Victory Boogie Woogie“, das Linus sich von seinen Mister Orange erklären läßt. Mit den Augen von Linus entdeckt der Leser die Welt der Kunst und er erfährt in den bewegenden Gesprächen welche Bedeutung die Phantasie und die Kunst im Leben der Menschen haben. Was sie bewirken können und daß man nur in Freiheit wirkliche Kunst machen kann.

Eine Empfehlung von Barbara Ter-Nedden, Alter: ab 11 Jahren