Nadia Budde – Vor einer Tür auf meiner Matte

Eine Buchrezension von Barbara Ter-Nedden

Buch Matte Gerade wurde das lang ersehnte Bilderbuch von Nadia Budde vom Peter Hammer Verlag ausgeliefert: "Vor meiner Tür auf einer Matte". Wenn Sie überlegen, welches Wort sich auf Matte reimt, dann kommen Sie selbst darauf, um welches (Haus-) Tier es geht. Ja, die Hauptperson ist eine Ratte. Diese steht jeden Tag vor der Tür und schlüpft ins Haus. Es ist keine normale Ratte, sie ist groß und hat einen blonden Haarschopf. Alleine schon dieser skurrile Einfall ist genial. Nadia Buddes Held auch ein blonder Junge oder Mann, ist nicht mehr Herr in seinem eigenen Haus. Wo immer er sich befindet, die Ratte ist auch dabei: Wenn er heimkommt, zieht sie als erstes seine Latschen an, sitzt hinter ihm auf dem Sessel, liegt schon auf dem Kanapee...Sie ist also scheinbar ein ungeliebter übergroßer ständiger Begleiter. Eines Tages platzt unserem Held der Kragen und dann ist sie plötzlich weg. Doch statt Erleichterung fehlt ihm etwas. Alles scheint öde, einsam und traurig. Dann geht er auf die Suche nach dem ungebetenem und doch wohl geliebten Gast.

Nadia Budde ist berühmt für ihre schrägen Gedankenspiele, liebt assoziative Sprachspiele und zelebriert diese in alle ihren Reimen und Lautmalereien. Großartig sind dazu die markanten Illustrationen. Mit dicken schwarzen Umrissen kritzelt sie gar seltsame Tiere und Wesen und gibt ihnen eigenwillige Charaktere. Alles wirkt plakativ, aber mit tieferem Sinn. Sie kommt nicht nur bei Kindern gut an, auch Erwachsene amüsieren sich über die witzigen und originellen Bilderbücher.

(Barbara Ter-Nedden)