Sifiso Mzobe – Young blood

Eine Buchrezension von Felix Ter-Nedden

Buch Young Blood Südafrika ist ein beliebter Schauplatz für Kriminalliteratur. Deon Meyer, Mike Nicol und Andrew Brown sind nur drei Autoren, deren Bücher regelmäßig von deutschen Lesern verschlungen werden. Dabei drehen sich ihre Geschichte in der Regel um einen mehr oder weniger kaputten Cop in einem Land voller Gangster. Sifiso Mzobe hat die Perspektive umgedreht – er erzählt seine Geschichte aus der Perspektive eines ganz normalen Jungen aus dem Township, der zum Gangster wird.

„young blood“ beginnt damit, dass Sipho kurz nach seinem 17. Geburtstag die Schule schmeißt. Sein Vater führt eine kleine Autowerkstatt und so hat Sipho schon von klein auf das Handwerk des Automechanikers gelernt. Diese Begabung fällt auch den lokalen Gangstern auf, die sich mit Autodiebstahl beschäftigen. Somit nimmt die kriminelle Karriere Sispho fahrt auf und der Leser erlebt einen wilden Trip durchs Townshipleben. Fast wie in einem Noir-roman wird man als Leser von dem Strudel aus Edelkarossen, Joints und Partys mitgerissen... Bis das unvermeidlich passiert...

Natürlich findet man in Mzobes Jugendroman Versatzstücke aus Popkultur und Mafiathrillern – die Geschichte vom kriminellen Auf- und Abstieg ist einfach schon zu oft erzählt worden. Doch Sifiso Mzobe schafft etwas, dass den meisten anderen Geschichten dieser Art nicht gelingt: Sein Roman hat einen Sound, den Sound des Townships. Seine Figuren wirken authentisch und der Plot bleibt bis zum Ende offen und spannend. Ein weiteres Mal beweist der Peter Hammer Verlag seinen Spürsinn für überraschende Bücher aus ungewohnten Orten. Lassen Sie sich die südafrikanische Lebenswelt näher bringen und lesen Sie „young blood“!

(Felix Ter-Nedden)