Thomas de Padova wird Bonner Stadtschreiber 2019

Verein Lese-Kultur Godesberg vergibt das Literaturstipendium zum zweiten Mal

Verein Lese-Kultur Godesberg vergibt das Literaturstipendium zum zweiten Mal Bonn-Bad Godesberg. 12. Juni 2019. Bonn bekommt im September seinen zweiten Stadtschreiber: Der veranstaltende Verein Lese-Kultur Godesberg benannte am Dienstagabend den Berliner Schriftsteller Thomas des Padova. Der 54-jährige Buchautor und Wissenschaftspublizist, der in Bonn studierte, veröffentlicht im Carl Hanser Verlag Berlin („Nonna“, „Allein gegen die Schwerkraft“). Für das Stadtschreiberamt übernimmt dieses Jahr erstmals die Kultur- und Sportdezernentin der Stadt Bonn, Dr. Birgit Schneider-Bönninger, die Schirmherrschaft.

„Wir haben uns unter 112 Bewerbern aus dem gesamten deutschsprachigen Raum für Thomas de Padova entschieden, weil sein aktuelles Buch „Nonna“ eine innige Darstellung des Lebens seiner italienischen Großmutter und gleichzeitig ein poetisches Kunstwerk ist“, erklären Barbara Ter-Nedden, Serap Gürkan und Amélie Koenigs vom Vereinsvorstand. Die Jury habe außerdem die in de Padovas gesamtem Werk geglückte Verbindung von Kunst, Literatur und Mathematik überzeugt. Seine Publikationen erhielten bislang schon zweifach die Auszeichnung „Wissensbuch des Jahres“.

Der Verein vergibt das Literaturstipendium zum zweiten Mal. Er erhält erneut den Ferdinande-Boxgerber-Preis für den Bonner Stadtschreiber. „Mit diesem Stipendium geben wir Thomas de Padova die Möglichkeit, drei Monate in Bonn zu leben und zu schreiben“, erläutert Ter-Nedden. Das Stipendium ist in diesem Jahr auf 2.500 Euro im Monat erhöht und soll das schriftstellerische Schaffen des Stadtschreibers unterstützen. Ein literaturaffines Ehepaar aus dem Kundenkreis der Parkbuchhandlung stellt großzügig eine unmittelbar am Rhein gelegene Wohnung zur Verfügung.

De Padova selbst reagiert hoch erfreut auf die Nachricht: „Was für eine wunderbare Anerkennung“, sagt der 54-Jährige. Er wurde in Neuwied geboren, studierte dann u.a. in Bonn Physik und Astronomie und veröffentlichte hier erste journalistische Texte. „Und jetzt, nach so vielen Jahren, lädt dich dieselbe Stadt ein und fördert dein Schreiben über Wissenschaft und über kulturelle Grenzen hinweg.“ Ein Literaturstipendium bedeute vor allem Freiraum für die eigene Arbeit, betont der kommende Stadtschreiber. „Es bedeutet, sich abseits von sonstigen Alltagsgeschäften und -sorgen in dem gedanklichen Kosmos bewegen zu dürfen, den man für sein Schreiben ausgewählt hat.“

Zu den Aufgaben des Stipendiaten gehören eine Lesung aus eigenen Texten in der Godesberger Parkbuchhandlung und Lesungen in Schulen, erklärt Serap Gürkan vom Vereinsvorstand. Wünschenswert seien weitere Aktivitäten wie ein Schreibworkshop oder das Betreiben eines Blogs.

Im vergangenen Jahr hatte sich die Jury für die Debütautorin Julia von Lucadou („Die Hochhausspringerin“) entschieden, die bei einigen erfolgreichen Veranstaltungen in Bonn zu erleben war.

Hier geht es zum Artikel im General-Anzeiger.